Bränden vorbeugen
Eine Vielzahl an potenziellen Brandherden lassen sich schon beseitigen, bevor es überhaupt gefährlich wird:
- Achten Sie auf Ihre Umgebung und seien Sie achtsam bei einer Verkabelung. Mehrfachsteckdosen können überlasten und dadurch ein Feuer auslösen. Daher schalten Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander, überschreiten Sie die Maximalleistung nicht, decken Sie diese nicht ab und verwenden Sie diese keinesfalls in feuchten oder nassen Räumen.
- Lassen Sie offenes Licht, wie Kerzen oder Feuer nie unbeaufsichtigt.
- Entfernen Sie leicht brennbares Material aus dem Keller und vom Dachboden.
- Alle elektrischen Geräte und Anlagen im Haus oder in der Wohnung sollten in Ordnung sein. Tauschen Sie defekte Geräte und alte Steckdosenleisten aus.
Rauchmelder
Im Falle eines Wohnungsbrandes bleiben nur wenige Minuten, um aus den eigenen vier Wänden zu fliehen. Auch Rauchvergiftungen können tödlich enden. Der laute Alarm eines Rauchmelders warnt auch im Schlaf zuverlässig vor der Brandgefahr und kann so wertvolle und lebensrettende Zeit verschaffen.
Die Rauchmelderpflicht gilt in Nordrhein-Westfalen für Neubauten bereits seit 2013, für Bestandsbauten seit 2016. In Wohnungen müssen Schlafräume, Kinderzimmer, Wohn- und Esszimmer, Treppenhäuser, Keller und Dachböden sowie Flure, über die Rettungswege führen, jeweils mindestens mit einem Rauchmelder ausgestattet sein.
Rauchmelder sind in jeder Preisklasse und in jedem Design erhältlich.
Die fünf größten Irrtümer rund um Rauchmelder und Wohnungsbrände:
- Wenn es brennt, bleibt genug Zeit.
Irrtum: Bei einem Brand bleiben höchstens 120 Sekunden zur Flucht. - Ein Rauchmelder im Flur reicht aus.
Irrtum: Rauchmelder gehören mindestens in alle Flure, Schlaf- und Kinderzimmer. - Die Rauchmelderpflicht gilt nur für Vermieter, nicht für Eigentümer im selbstgenutzten Wohnraum.
Irrtum: Die Pflicht gilt für alle Eigentümer. - Ich bemerke den Brand rechtzeitig.
Irrtum: Da auch der Geruchssinn nachts schläft, wird man bei einem Brand nicht wach. - Qualität von Rauchmeldern erkennt man allein am CE-Zeichen
Irrtum: Gute Rauchmelder tragen zusätzlich das Qualitätszeichen „Q“.
Weitere Informationen dazu gibt es online unter: www.rauchmelder-lebensretter.de
Verhalten im Brandfall
Was ist zu tun, wenn es tatsächlich brennt? Das sollten Sie beachten:
1. Wenn das Feuer gerade entsteht:
Versuchen Sie umgehend den Brandherd „im Keim“ zu ersticken. Löschversuche sollten nur dann unternommen werden, wenn für Sie selbst keine Gefahr besteht. Denn wenn Sie zum Beispiel brennendes Feuer oder andere flüssige Brennstoffe mit Wasser löschen, entsteht eine hohe Stichflamme, die lebensgefährlich sein kann. Wenn es Ihnen ohne eigene Gefährdung möglich ist, stellen Sie die Energiequelle ab oder nehmen Sie die Pfanne von der Kochplatte. Wenn Sie einen Deckel auf die Pfanne legen, können Sie das Feuer ersticken. Verwenden Sie nur spezielle Feuerlöscher, die für Fettbrände geeignet sind (Brandklasse F).
Schalten Sie elektrischen Strom vor Löschbeginn im Gefahrenbereich ab, da die Gefahr eines Stromschlages besteht. Feuer werden immer von unten nach oben und von der Seite zur Mitte hin gelöscht.
Verqualmte Räume dürfen auf keinen Fall betreten werden. Dort bilden sich giftige Brandgase. Wenn Sie sich in einem verqualmten Raum befinden, so bewegen Sie sich kriechend auf dem Boden vorwärts. Schließen Sie die Tür von außen und alarmieren Sie die Feuerwehr unter der Rufnummer 112.
2. Löschversuche sind nicht möglich
Falls es ohne Eigengefährdung möglich ist, schließen Sie die Fenster des Raumes. Ist dies nicht möglich, verlassen Sie den Raum umgehend.
Schließen Sie die Tür des Raumes, in dem es brennt. Hierdurch wird dem Feuer Sauerstoff entzogen.
3. Feuerwehr rufen
Rufen Sie sofort die 112 an. Je früher die Feuerwehr eintrifft, desto eher kann der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Dabei ist es wichtig, dass Sie folgende Angaben machen:
- Wo ist der Notfallort?
- Was ist passiert?
- Wer ruft an?
- Warten Sie auf Rückfragen!
4. Personen warnen und sichern
Warnen Sie andere Personen in der Wohnung oder im Haus!
Bringen Sie sich und andere in Sicherheit.
5. Alle müssen das Gebäude verlassen
Wenn Sie das Gebäude oder die Wohnung oder die Etage verlassen müssen, achten Sie darauf, niemanden zurückzulassen. Insbesondere Kinder und ältere Menschen benötigen Unterstützung.
Wenn Sie Notgepäck vorbereitet und griffbereit haben, nehmen Sie es mit. Bringen Sie sich jedoch unter keinen Umständen in Gefahr, indem Sie versuchen, Gegenstände vor den Flammen zu retten! Die Sicherheit von Personen geht immer vor!
Schließen Sie alle Türen, aber schließen Sie diese nicht ab, um ein schnelles Absuchen durch die Feuerwehr zu unterstützen. Brandschutztüren und Brandabschnittstüren sind selbstverständlich geschlossen. Halten Sie die Schlüssel für Räume oder Fenster, die sich nur mit Schlüssel öffnen lassen, für die Einsatzkräfte bereit.
6. Sind alle in Sicherheit?
Prüfen Sie nach Verlassen des Gebäudes, ob wirklich alle Personen aus der Wohnung oder dem Haus in Sicherheit sind. Bei einer vermissten Person muss die Feuerwehr immer davon ausgehen, dass sich diese noch im Gebäude und somit in Gefahr befindet.
7. Feuerwehr erwarten und einweisen
Beschreiben Sie der Feuerwehr die Räumlichkeiten und melden Sie gegebenenfalls vermisste Personen oder Gegenstände, die explodieren können.
Verhalten nach einem Brand
Bei Ihnen hat es gebrannt? Das müssen Sie nun nachträglich beachten:
- Ein Gebäude, in dem es gebrannt hat, darf erst betreten werden, wenn die Feuerwehr dies erlaubt. Das unbefugte Betreten kann lebensgefährlich sein, da das Gebäude nach einem Brand einsturzgefährdet sein könnte.
- Wenn das Gebäude freigegeben ist, machen Sie eine Bestandsaufnahme, was zerstört wurde? Fotografieren Sie beispielsweise Schäden als Beleg für Ihre Versicherung.

